MBFWB: Anja Gockel A/W 2014

Es ist erste Show am Morgen und so richtig ausgeschlafen war ich keineswegs. Geweckt wurde nicht nur ich, sondern auch das Publikum mit dem zugehörigen Krähenschrei, der durch die Boxen ertönte. Die Show eröffnete ein Model verschleiert in einem transparenten Blumengewand mit einer Kerze in der Hand, welches über den nebelbedeckten Catwalk schritt. Überaus mystisch angehaut, geheimnisvoll und Neugierde erweckend zugleich. Für den Beginn der Show wurde mein Geschmack perfekt getroffen und somit waren meine Erwartungen noch größer als zuvor. Inspiriert wurde Anja Gockel von Hildegard von Bingen, die zu ihrer Zeit als Heilige und Kirchenlehrerin verehrt wurde. Hildegard von Bingen gilt als erste Vertreterin der deutschen Mystik des Mittelalters. Ich war angetan von den Blumenprints, die zwar nichts neues in der Modewelt sind, dennoch meinen Modestil treffen und immer wieder neu kombiniert werden können. Ebenso gefielen mir die Lederelemente als Mäntel und Leggings, die genauso wie der florale Mix immer funktionieren. Dennoch ist zu erwähnen, dass meine Erwartungen durch die Kollektion hin, nicht erfüllt wurden. Der Neugier wurde im Anschluss nichts weiter geboten, außer aalglatten Silhouetten, kombiniert mit zu schlicht gehaltenen fließenden Teilen, die die Spannung leider restlos nahmen. Zwischendrin wurden facettenreiche Farbnuancen wild gemixt, wobei mir wahrhaftig einzelne Kollektionsteile, wie die Stücke mit den funkelnden, bunten Steinchen und die Pelzbedeckung in orange extrem gut gefallen haben. Anderen mag es vielleicht nicht so gehen, aber mir sagst meist doch das zu, was einen Hauch Exratravaganz und Stilcharakter verkörpert.
Für mich eine, Achterbahnfahrt, dennoch sehenswert.

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