MBFWB: Marina Hoermanseder A/W 2014

Wie sagt man so schön, das Beste kommt immer zum Schluss?
Obwohl ich am letzten Tag der Fashion Week mit meinem Schlafmangel erheblich zu kämpfen hatte,
war meine Vorfreude auf die Show von Marina Hoermanseder enorm groß,
denn seit dem ich ihre Kreationen das erste Mal vor Augen bekam, wusste ich, genau das ist die Mode, die ich sehen möchte, die Mode, die mir ohne wenn und aber gefällt, die Mode, die der Welt gezeigt werden muss!
Mir ihrer avantgardistischen Kollektion distanzierte sich die Designerin von dem öden und faden Bild, welches der Modewoche desweiteren gerne mal auferlegt wird. Ihre Kollektion ermöglichte ein Zusammenspiel aus Individualität und Skurrilität, dabei setzte sie einen Fokus auf orthopädische Orthesen, vegetabil gegerbtes und selbst gefärbtes Leder, roséfarbene Schnallen und schuf damit eine Verschmelzung unterschiedlichster Materialien im Verhältnis zur Medizin. Der Mensch kann sich der Mode bedienen, wie an einer Medizin, um sich zu (be)schützen, sich besser – selbstbewusster fühlen. In Hinblick dessen ist erkennbar, welchen Einfluss die Modewelt heutzutage auf uns hat. Sie zeigt(e) Avantgarde und Ready-to-Wear. Und auch dazwischen, mit der Synthese aus Form und Material thematisierte die Designerin matte Farbgebungen bei genieteten Hartschalenkorsetts in Glanzleder kombiniert mit einer zart verzierten Strumpfhose in nude und einem gegensätzlich stehend, weichen Mantel mit Schnallendetails als Raffung an den Ärmelseiten. Den will ich übrigens unbedingt haben! Die Schnallen tauchten zudem in weiteren Kollektionsteilen wie beispielsweise bei Haarspangen, auf und bildeten dabei auch einen Mittelpunkt der legendären Designerstücke. Eine Inspirationsquelle bietete auch das Gehirn, welches sich in einer weiten, voluminösen Kurzjacke wieder fand. In meinen Augen ist es eine Kunst, etwas, was als unschön beziehungsweise nicht sonderlich ästhetisch gilt,
zu einem ansehnlichen high end Piece zu verarbeiten.
Liebe Marina, das war grandios!

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